Wie erstelle ich ein Exposé für mein Buch?

Exposé Tipps

Die Idee steht, das Buch womöglich auch bereits, jetzt geht es ans Eingemachte: Das Exposé zum Manuskript! Doch wie lang darf es sein? Was gehört alles hinein? Und wie hebe ich es von den Massen an Einsendungen ab?

Was ist ein Exposé eigentlich?

Ein Exposé ist eine strukturierte Zusammenfassung deines Buchprojekts. Du hilfst Verlagen und Agenturen damit, schnell zu erkennen, worum es sich bei deinem Werk handelt. Passt es ins Programm? Spricht es thematisch an? In der Regel umfasst ein Exposé 3 bis 5 Seiten, jedoch solltest du dich hier immer an die Vorgaben des Verlags und/oder der Agentur halten.

Wie ist ein Exposé aufgebaut?

Okay, klar, irgendwie sollst du über den Inhalt sprechen, aber wie strukturierst du das Exposé am besten?

Die harten Fakten

Ich habe am Anfang meiner Exposés immer folgende Stichpunkte stehen:

  • Arbeitstitel: Gib den aktuellen Titel deines Buchs an – zerbrich dir hier aber nicht allzu sehr den Kopf, oft ändern sich Titel noch im Laufe der Zusammenarbeit.
  • Genre und Zielgruppe: Wen soll dein Buch erreichen? Bsp.: New Adult Romance ab 16 Jahren oder Urban Fantasy für Jugendliche
  • Setting: Wo spielt dein Roman? Wenn die Jahreszeit eine Rolle spielt (bspw. bei saisonalen Romanen) kannst du sie auch erwähnen.
  • Erzählperspektive: Ist dein Buch in der 1. oder 3. Person geschrieben? Präsens oder Präteritum? Gibt es einen POV oder zwei?
  • Umfang: Wie viele Wörter umfasst dein Manuskript? Wenn du es noch nicht vollendet hast, schreibe hier, wie lang es voraussichtlich wird und gib am besten auch den aktuellen Stand sowie das angepeilte Datum der Fertigstellung an.
  • Vergleichstitel: Wenn du magst und dir welche einfallen, kannst du auch Vergleichstitel nennen. Welche Bücher vermitteln eine ähnliche Thematik oder Stimmung wie dein Werk?
  • Verkaufsargumente: Falls du ein besonderes Verkaufsargument hast, nenne es hier. Schreibst du beispielsweise einen Liebesroman über ein Au-Pair und warst selbst einmal als Au-Pair tätig? Super, dann rein damit.

Elevator Pitch

Fasse das Herzstück deiner Geschichte in 2-3 Sätzen zusammen. Hier sollst du neugierig machen und das zentrale Thema und den Konflikt auf den Punkt zu bringen. Eine gute Frage, die du dir stellen kannst: Warum sollte jemand genau dieses Buch lesen?

Figuren

Stelle die Protagonisten kurz vor. Beschreibe ihre Rolle in der Geschichte, ihre Motivation und ihren Konflikt. Bei kurzen Exposés genügen 1-2 Sätze pro Figur.

Inhaltsangabe

Jetzt kommt der längste Part. Beschreibe den gesamten Inhalt deines Buches – yep, mitsamt allen Spoilern. Die Inhaltsangabe enthält keine Cliffhanger. Sie gibt den gesamten Handlungsverlauf inklusive des Endes wieder. Vermeide ausufernde Details und konzentriere dich auf den roten Faden deiner Geschichte, achte aber auch darauf, die Stimmung und besondere Szenen hervorzuheben. Schreibe bei einem Liebesroman beispielsweise nicht bloß „Anna und Niklas haben ein Date“, sondern pflanze direkt ein konkretes Bild in den Kopf des oder der Lesenden: „Anna und Niklas gehen gemeinsam Schlittschuhlaufen.“

Schreibe die Zusammenfassung im Präsens.

Tipp: Mir hilft es immer, erst einmal alles runterzuschreiben und dann zu kürzen. Dabei können dir Freunde und Freundinnen helfen – eine komplett unwissende Person sollte den Text noch verstehen können und kann dir außerdem helfen, auf noch offene Fragen hinzuweisen.

Autor*innenbiografie

Hier geht es um dich! Erwähne relevante Informationen zu deiner Person. Hast du schon was veröffentlicht, einen Schreibwettbewerb gewonnen oder fürs Buch und die Thematik relevante Erfahrungen? Auch deine Social-Media-Präsenz hat hier Platz. Ein Foto ebenso, wenn du magst.

Nicht vergessen!

Pack deine Kontaktdaten in die Kopf- oder Fußzeile.

Meine Tipps für ein gelungenes Exposé

  • Präzise und klar formulieren: Halte dich an das Wesentliche und vermeide ausschweifende Erklärungen.
  • Spannend schreiben: So sachlich Exposés auch sind, sollen sie dennoch Spaß beim Lesen machen. Bring ruhig deine Sprache und deinen Witz ein!
  • Keine offenen Fragen lassen: Gib dein Exposé unwissenden Lesenden und lass sie alle offenen Fragen per Kommentarfunktion hinzufügen. Du selbst kennst deine Geschichte besser als jeder andere Mensch, dadurch nimmt man oft Dinge für gegeben, die es eigentlich nicht sind.
  • Rechtschreibung: Überprüfe deinen Text auf eine korrekte Rechtschreibung. Aber: Wenn du eine Rechtschreibschwäche hast, mach dir keine Sorgen. Das kannst du offen kommunizieren. Am Ende erhält dein Buch ohnehin ein professionelles Korrektorat.
  • Probier dich aus: Es gibt nicht die eine perfekte Art, ein Exposé zu schreiben. Wenn du dich kreativ austoben magst, Illustrieren kannst und diese Illustrationen hinzufügen magst: tu es. Solange du alle geforderten Formalitäten einhältst, kannst du ruhig auch Spaß beim Erstellen haben (so schwer das manchmal auch ist … 😊)

Du willst noch mehr?

Weitere Infos zu Exposés findest du unter anderem hier:

Exposé-Talk mit Fantasy-Autor Mikkel Robrahn: Wir zeigen anhand unserer eigenen Exposés, wie so was aussehen kann 

Exposé-Talk mit Lektorin mit Klaudia Szabo: Klaudia Szabo von den wortverzierern beantwortet Fragen zum Exposé

Exposé-Kritik mit der Lektorin hinter textzucker: Marieke und ich besprechen eingereiche Exposés

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